Lebenshilfe
Sind Singles grundsätzlich komisch, einsam und frustriert? Haben sie wirklich Unmengen an Zeit? Und beneiden sie Paare vor allem um deren Sex? - (Fast) alles falsch, sagt Christiane Henrich, und räumt gründlich in der Single-Gerüchteküche auf.
Von Christiane Henrich
Neulich predigte mein Pastor über Psalm 23. Es ging darum, dass wir nie genug kriegen können, obwohl uns Gott doch immer genug geben will. Bei einem Satz der Predigt blieb ich hängen. Der Pastor fragte: "Wie würdest du diesen Satz beenden: ,Um wirklich glücklich zu sein, bräuchte ich ...'?" Und - zack! - schneller als jemand "Speed-Dating" oder "Single-Chat" sagen kann, schoss mir durch den Kopf: "Einen Mann und Kinder!"
Ehrlich gesagt war ich in diesem Moment ein bisschen entsetzt. Über mich. Schließlich bin ich eine halbwegs gereifte Frau von frisch gefeierten vierzig Jahren, und mein Leben definiert sich nicht ausschließlich über meinen Familienstand: Ich habe einen richtig coolen Job, gehöre zu einer netten Gemeinde, liebe Kino und Singen. Ich habe Humor, Freunde, 'ne Mietwohnung und - thanks to the Abwrackprämie - ein nigelnagelneues Auto. Das alles - und hoffentlich noch viel mehr - gehört zu mir, definiert mich, macht mich und mein Leben aus. Übrigens bin ich auch erbitterte Gegnerin der These, dass ein Mensch nur als Teil eines Doppelpacks vollständig sein kann. Soweit zur Theorie ...

Von Frauke Bielefeldt
» mehr >

Von Gerda Steenblock » mehr >
Hätte mir jemand vor fünf Jahren erzählt, dass ich einmal meinen Job kündigen würde, um in Norddeutschland ein Single-Wohnprojekt zu starten, ich hätte laut gelacht. Aber genau das ist passiert.
Es begann an einem ganz normalen Sonntag. Ich ging wie üblich zum Gottesdienst und hatte, ehrlich gesagt, keine besonderen Erwartungen. Doch dann kam - wie so oft bei Gott - alles ganz anders: Das Thema der Predigt hieß: "Leben, um zu gewinnen - oder Leben, um nicht zu verlieren". Inhaltliches Fazit: Wollte ich mich mit dem ewigen Leben zufrieden geben und so dahin leben, oder wollte ich im Hier und Jetzt ganz bewusst etwas für Gott zu wagen, im Vertrauen auf ihn und seinen Willen?
Ich erlebe es nicht oft, dass Gott derart deutlich mit mir redet, aber nach diesem Morgen war klar: Wenn ich jetzt nichts verändern würde, dann hätte ich am Ende bloß ein Leben gelebt, bei dem es nichts zu verlieren gab - aber eben auch nichts zu gewinnen! Ich begriff, dass mir die Leere in meinem Leben lange Zeit gar nicht wirklich bewusst gewesen war, weil ich sie (wie so viele Singles) mit immer mehr Arbeit gefüllt hatte. Doch wenn ich nicht für immer in der Eintönigkeit versinken wollte, musste ich mich jetzt auf den Weg machen. Und so beschloss ich: Ich will etwas Neues wagen!
"Was lange währt, wird endlich gut!" Am 24. März ist es soweit: Nach vielen schweißerfüllten Wochen geben die Christ-und-Single-Autorinnen Inge Frantzen und Sabine Müller mit großer Freude das Erscheinen ihres Buches bekannt:
"Sehnsucht und der ganze Rest - so heißt dieses Buch. Irgendwie fehlt mir im Titel das Adjektiv, das Eigenschaftswort: Große, starke, tiefe Sehnsucht ... Also bin ich auf die Suche nach Adjektiven gegangen, die dieses Buch beschreiben. Und bin beim Lesen fündig geworden. Ehrlich, schonungslos, offen, klar, witzig, erheiternd, notwendig, erschütternd, zärtlich, hart, hoffnungsvoll, glaubensvoll, notvoll, wertvoll, randvoll... Noch viel mehr schwingt mit in diesen Berichten von Frauen und Männern, die gerade auch Nichtsingles lesen sollten. Als Verantwortlicher in einer Gemeinschaft aus Singles und Verheirateten ist dieses Buch wichtig (noch ein Adjektiv!) für mich. Ich denke, alle Gemeindeleiter sollten es lesen, und dann der Sehnsucht auf die Spur kommen. Auch der Sehnsucht im eigenen Herzen. Dr. Roland Werner, Prior Christus-Treff Marburg und Jerusalem » mehr >
Singles und die Einsamkeit

Von Frauke Bielefeldt
„Frauke, würdest du für uns über Einsamkeit als Single schreiben?" Hilfe, sieht man mir das so an der Nasenspitze an? Da gibt es doch noch ganz andere, die ... - Moment mal, wie war das am letzten Wochenende, als ich beinahe verzweifelt am Telefonhörer hing, um noch jemanden zu finden, mit dem ich gemeinsam etwas unternehmen könnte? Oder in der Woche davor, als ich krank im Bett lag und einfach mal eine menschliche Stimme hören wollte? Dabei wohne ich in einer WG. Aber Mitbewohnerinnen sind halt auch mal unterwegs oder mit anderem beschäftigt oder gleich ein paar Wochen im Praktikum. – Ja, hast du denn keine Freunde? – Doch, habe ich. Aber je älter ich werde, gründen viele von ihnen Familien oder ziehen wieder weg. Von meinen fünf Umzügen in den letzten zwölf Jahren ganz zu schweigen. Bei Urlaubsplänen geht´s doch schon wieder los. Dann die letzten zwei Jahre der Teleworking-Job, Pendeln zwischen Küche, Sofa und Computer ... Und immer wieder Krankheitszeiten, die mich ins Bett bringen, während um mich herum das Leben pulsiert. „Allein, wir sind allein. Die Kreuzwege des Lebens gehen wir immer ganz allein." Wie lange hatte ich diese Liedzeile von Reinhard Mey nicht mehr im Ohr! Vielleicht sollte ich den Artikel doch schreiben.
"Tsunami" - ein Wort, das bis vor wenigen Jahren nur wenige Menschen in Deutschland kannten. Bei dem riesigen Seebeben 2004 im indischen Ozean sind mehr als 280.000 Menschen ums Leben gekommen, und der Tsunami, der vergangene Woche Samoa traf, kostete mehr als 100 Menschen ihr Leben. Aber auch Erdbeben, wie kürzlich wieder in Indonesien, versetzen uns in Schrecken und lassen viele Menschen fragen: "Wie kann Gott all diese Katastrophen zulassen?"
Ganz abgesehen von all dem Leid, das in jeder Sekunde geschieht: Da sterben Tag für Tag zirka 30.000 Kinder an Unterernährung oder vermeidbaren Krankheiten - nur, weil nicht genügend Geld da ist, um ihnen zu essen zu geben oder weil eine einfache Medizin fehlt, mit der sie hätten überleben können. - Wie kann Gott so etwas zulassen?
Wenn Gott doch ein Gott der Liebe ist, warum greift er nicht ein? Wie kann Gott gerecht sein, wenn solche Katastrophen alle gleichermaßen betreffen: Christen und Moslems, Gute und Böse, Erwachsene und kleine Kinder?
Wie man als Single erfüllt leben kann
Nie- oder Noch-nicht-Verheiratete, Geschiedene, Verwitwete und Alleinerziehende: allein in Deutschland lebt mittlerweile jeder Fünfte als Single, Tendenz steigend. Doch in den meisten Fällen, beruht ihre Situation nicht auf einem freiwilligen Entschluss.
Nur wenige Deutsche betrachten den Status des Singles als attraktiv. Das Magazin "Focus" schrieb vor Jahren in einem Artikel zum Thema: "Wenn auch das Ideal der romantischen Liebe ausgehöhlt wird, es zieht alle wieder heim ins Beziehungsreich; 85 Prozent der deutschen Singles, so eine aktuelle Studie, dürsten nach einer Beziehung." Warum aber gestaltet sich das Singelleben so schwierig? Welche Dinge sind es, die für viele Alleinlebende zum Wermutstropfen in ihrem Alltag werden?
Frage: "Ich sehne mich vergeblich danach, einen passenden Mann kennen zu lernen. Da ich mich an der Bibel orientiere, will ich keinen Sex vor der Ehe. Wie kann ich mit meinen Sehnsüchten und Bedürfnissen umgehen und Versuchungen widerstehen?“
Annemarie Pfeiffer: Es ist so verständlich, dass Sie Sehnsüchte haben – wie wir alle. Wir sehnen uns danach, geliebt, anerkannt und umsorgt zu werden. Vielleicht stellen Sie sich vor, wie Ihr Traumprinz Sie zärtlich umarmt und liebevolle Worte in Ihr Ohr flüstert. Letztlich sind wir zur Gemeinschaft erschaffen...
Wie wir unser Leben im Hier und Heute neu gestalten können
Von Inge Frantzen
"Alles Liebe zum Geburtstag! Ich wünsch dir, dass deine Träume wahr werden. Vielleicht schickt Gott dir ja im neuen Jahr endlich deinen Traummann!" Ines klopft Sabine auf die Schulter, lächelt kurz ermutigend und zieht weiter.
"Ich wünsch dir, dass deine Träume wahr werden..." - Ein schöner Wunsch, vor allem zum Geburtstag. Aber was wünscht sich Sabine eigentlich? Will sie überhaupt, dass Gott ihr in den nächsten zwölf Monaten ihren Traummann schickt? Gibt es den denn, und wenn ja, ist Gott wirklich dafür zuständig, dass sie ihn auch trifft? Was, wenn nicht? Was, wenn wieder ein Jahr ins Land zieht, ohne dass jemand Interessantes auftaucht? Hat Gott dann versagt - oder stimmt vielleicht bei ihr irgendetwas nicht?
"Kommt er oder kommt er nicht? Kommt er oder kommt er nicht?" Das Abzählen von Blütenblättern gibt leider keine Antwort auf die brennende Frage, die viele Singles umtreibt: Hat Gott (noch) einen Partner für mich - oder nicht? Und wenn nicht, was dann?
Im christlichen Umfeld gibt es viele unverheiratete Menschen. Was auffällt: Es sind mehr Frauen als Männer. Kein Wunder! Auch im Gesamten gibt es in unsere Gesellschaft immer mehr Singles, und so auch in der christlichen Gemeinde. Hinzu kommt: In Gemeinden gibt es (fast) immer und (fast) überall mehr Frauen als Männer (zählen Sie mal nach!), also auch bei den Singles. Damit gibt es rein rechnerisch gar nicht für jede Frau einen christlichen Mann.







